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RIS & PACS

Radiologie-Informations-System

 

Eine moderne radiologische Praxis ist ohne Leistungsfähige elektronische Datenverarbeitung heutzutage nicht lebensfähig. Von der Aufnahme der Patientendaten über die Verteilung an die Untersuchungsmodalitäten, die Bilderstellung und Archivierung bis zur Beurteilung und Auswertung und Übermittlung der Befundergebnisse muß alles straff und sicher organisiert sein, um einen schnellen reibungslosen Ablauf der Untersuchungen zu gewährleisten und Patientendaten nicht zu verwechseln.

Herzstück einer jeden Arztpraxis ist die Praxis-EDV, beim Radiologen Radiologie-Informations-System (RIS) genannt. Solch ein RIS leistet mehr als eine übliche Arztsoftware, ist dementsprechend aber auch anspruchsvoller und teurer.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die sog. Worklist - d.h. der Patient wird nach Aufnahme seiner Daten an das entsprechende Untersuchungsgerät weitergeleitet, welches die Patientendaten direkt aus dem RIS übernimmt. Diese Schnittstelle war aufgrund der verschiedenen Softwarelösungen der Gerätehersteller und Betriebssysteme früher ein Hauptproblem, ist heute glücklicherweise weitgehend gelöst, da die meisten Systeme auf Windows- oder Linux-Basis arbeiten. Mit der Untersuchung werden dann auch alle erforderlichen bzw. gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungsparameter im RIS gespeichert und es erfolgt die Verknüpfung mit den Bilddaten (s. PACS) im sog. DICOM-Format.

Wesentliche Bestandteile eines modernen RIS sind also:

  • Terminkalender und Planer
  • Patientenaufnahme und Verwaltung
  • Verwaltung der Kassen und Versicherungen
  • Verwaltung der zuweisenden Ärzte
  • DICOM-Worklist
  • PACS-Anbindung (s. unten)
  • Befunddiktat und Befunderstellung (in unserem System in Form einer Spracherkennung)
  • Befundübermittlung (als Hardcopy, via Datenleitung oder über integriertes Faxmodul)
  • Leistungsabrechnung
  • Statistik

 

                                                                              

 

 

                                                                                                         RIS-Oberfläche am Beispiel WinRadiolog

 

Picture Archiving and Communication System

Die moderne Radiologische Diagnostik liefert im Gegensatz zur früheren konventionellen Filmradiografie primär digitale Bilddaten. Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahrensweisen, bei dem die Bilder auf Papier- oder Filmträgern dokumentiert und aufbewahrt werden, arbeiten PACS-Systeme mit digitalen Bilddaten. Dadurch ergeben sich umfassende Möglichkeiten zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz von Arbeitsabläufen in der Radiologie.

Bei Röntgenaufnahmen ermöglicht die digitale Erfassung einen höheren Kontrastumfang. Aufnahmen sind somit informativer, Wiederholungsaufnahmen nach Fehlexpositionen sind seltener als bei der Filmradiografie.

Für Schnittbildverfahren (CT und MRT) ergeben sich erweiterte Möglichkeiten bei der Begutachtung. So kann eine Schnittserie als Filmsequenz dargestellt werden. Verschiedene Serien unterschiedlicher Zeitpunkte können simultan verglichen, verschiedene Untersuchungsverfahren übereinander gelegt werden.

Da die Bilder auch über größere Distanzen reproduziert werden können, kann die Begutachtung zeitlich und räumlich flexibler gestaltet werden (siehe auch Teleradiologie). Aufnahmen können verlustfrei kopiert werden. Umständliche Filmarchivierung entfällt. Das Risiko des Verlustes einzigartiger Originalaufnahmen wird verringert.

Die Archivierung erfolgt digital, zunächst im Server bzw. in einem sog. RAID-System. Platzraubende Filmarchive sind damit obsolet, Speichermedien von 3 TByte (auf die 2 Jahresproduktionen einer radiologischen Großpraxis passen) sind heute kleiner als ein Aktenordner. Zudem werden Sicherungsmedien eingebaut, wie. z.B. automatische DVD-Backup-Systeme, welche die Bilddaten automatisch auf DVD brennen, diese beschriften und in einem Archiv verwalten. Diese DVDs müssen dann nur noch feuerfest verwahrt werden, um eine sichere Kopie sämtlicher Patientendaten zu gewährleisten.

Welche Vorteile bietet also die Digitalisierung?:

  • Alle Bilder sind jederzeit sofort verfügbar, dies betrifft auch länger zurückliegende Daten. So entfällt das lästige Suchen nach Voraufnahmen.
  • Alle Bilder lassen sich jederzeit reproduzieren und je nach Wunsch auf Hardcopy ausdrucken.
  • Ein flächeraubendes Filmarchiv ist nicht mehr notwendig.
  • Die Patientendaten werden vom Einlesen bei der Anmeldung direkt an die Geräte übertragen, gehen von dort zusammen mit den Bilddaten in ein sogenanntes PACS (Bildarchivierungssystem) und werden dann ausgewertet. Verwechslungen von Bild- oder Patientendaten sind damit nahezu ausgeschlossen.
  • Die Bildübermittlung an den überweisenden Arzt kann sofort nach Ende der Untersuchung erfolgen (innerhalb des Gesundheitszentrums via Datenleitung).
  • Wertvolle Bildinformationen gehen nicht verloren, da wirklich alle Daten und nicht nur die befundrelevanten gespeichert werden.

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                 PACS-Oberfläche mit Cardio-CT

                                                                                                                

Digital Imaging and COmmunications in Medicine

Das sogenannte DICOM Format ist heute das gängige Bildformat für alle digital erstellten Bilder in der Medizin. Selbst Textdateien, endoskopische Blicke, EKGs und andere medizinische Tabellen und Grafiken werden mehr und mehr diesem Format angeglichen, um einen einheitliche Betrachtungsplattform zu schaffen.

Dies war nicht immer so:
Noch in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte jeder Gerätehersteller sein eigenes Bildformat und sein eigenes Betriebssystem. Eine Umformatierung in Bildformate, die auch ein herkömmlicher Computer lesen kann, war entweder nicht möglich oder mußte über spezielle Module teuer bezahlt werden. Bilder einer Siemens- Maschine waren bei Philips nicht lesbar und umgekehrt.

Erst durch den Druck der Anwender und internationale Vereinbarungen der Medizintechnik- Firmen einigte man sich schließlich auf dieses Format, wodurch die PACS-Systeme erst möglich wurden.

Heute können DICOM-Bilder auf jedem handelsüblichen PC oder MAC mittels einem auf der Patienten-CD mitgelieferten DICOM-Viewer problemlos betrachtet werden.